Heimniederlage gegen Tuttlingen. Der ‚Gränzbote‘ (Schwäbische Zeitung) schreibt:
Landesliga: VfL – SC 04 TUT 1:3 (0:1)
Das Kreisderby in der Fußball-Landesliga zwischen dem VfL Mülheim und dem SC 04 Tuttlingen hat die Mannschaft aus der Kreisstadt mit 3:1 (1:0) gewonnen. Das Team von Andreas Keller war der Truppe um VfL-Spielertrainer Maik Schutzbach in einer rasanten und unterhaltsamen Partie in allen Belangen überlegen und siegte verdient beim Liga-Nachbarn.
In den Anfangsminuten wogte das Spiel hin und her. Der SC 04 Tuttlingen drückte aufs Tempo und erspielte sich gleich zwei Eckstöße. Auf der Gegenseite versuchte der VfL Mühlheim sein schnelles Offensivspiel aufzuziehen und kam mit Maximilian Bell zu einem Distanzschuss, den der glänzend aufgelegte SC-Torhüter Andrei-Alexandru Burdun parieren konnte.
Tuttlingen presste früh, verschob gekonnt und setzte den Gastgeber mit hohem Tempo unter Druck. Mühlheim bemühte sich seinerseits ein Pressing aufzuziehen, dass der Gast aber immer wieder mit langen Bällen in die Spitze aushebelte. In der 22. Minute fruchtete die Sturm-und-Drang-Phase der Kreisstädter, als Robin Petrowski den Ball nach einem langen Einwurf in den Strafraum des VfL unbehelligt annehmen konnte und den Ball mit einem Drehschuss ins untere linke Toreck zur 1:0-Führung für den SC setzte.
In der kämpferisch, aber nicht unfair geführten Partie agierten die Mannen von SC-Coach Keller flinker in ihren Aktionen und konsequenter in den Zweikämpfen. Mühlheim leistete sich zu viele Ungenauigkeiten und schnelle Ballverluste. Der VfL versuchte, sich mit Kombinationen freizuspielen, der SC hingegen suchte immer wieder den direkten Weg zu Tor.
In der 30. Minute vereitelte SC-Keeper Burdun eine Mühlheimer Doppelchance, während Tuttlingens Petrowski mit einer Einzelaktion am VfL-Torhüter scheiterte, der abtauchte und den Schuss entschärfte. Zwar spielte sich der Gastgeber immer wieder Chancen heraus, die jedoch meist verpufften oder nicht konsequent ausgespielt wurden. So brachte sich die Mühlheimer Defensive mit einem Rückpass, der beinahe den eigenen Torhüter überlupfte, in die Bredouille, da VfL-Keeper Robin Staiger den Ball mit der Hand unschädlich machen musste. Der indirekte Freistoß der Tuttlinger im Strafraum brachte einen Eckball, der direkt geschossen die Querlattte küsste.
Auf der Gegenseite hatte sich Max Drössel freigespielt, der aber vor dem Tuttlinger Torhüter den Ball nicht an Burdun vorbei brachte und den 1:1-Ausgleich kurz vor dem Halbzeitpfiff vergab. So ging es mit 0:1 aus Mühlheimer Sicht in die Pause.
Mit dem Wiederanpfiff legte Drössel einen langen Ball auf VfL-Torjäger Maximilian Bell, der aber ebenso aus kurzer Distanz an SC-Torhüter Burdun scheiterte. In der 52. Minute nutzte dann Laurent Sterling die Verwirrung in der VfL-Abwehr und schob den Ball im Gewühl des Mühlheimer Strafraums zum 2:0 ins Tor. Nur eine Minute später witterte Mühlheim dann Morgenluft, als Andreas Leibinger einen Foulelfmeter sicher zum 1:2-Anschlusstreffer verwandelte.
In der 64. Minute ließ sich Robin Petrowski bei einem Missverständnis in der Mühlheimer Abwehr nicht zweimal bitten und erhöhte auf 3:1. VfL-Torhüter Robin Staiger wollte einen langen Ball aufnehmen, als ihm ein Mitspieler in die Parade fuhr. Der Ball sprang zu Petrowski, der für den SC nur noch einschieben musste. Mühlheim mühte sich, den Rückstand zu verkürzen. Spielertrainer Maik Schutzbach wechselte sich selbst für Marc Bippus ein und sorgte für einige frische Impulse im Offensivspiel. Doch auch er konnte die drohende Heimniederlage nicht abwenden. In der 74. Minute verweigerte der Unparteiische dem VfL einen Handelfmeter, als ein Schuss von einem SC-Spieler mit dem Körper auf der Torlinie geklärt wurde. Ein Weitschuss von Bell brachte keine Gefahr für den SC, der die Partie konzentriert zu Ende spielte. Mühlheim fehlten zum Schluss die Kräfte und die Mittel für einen Anschlusstreffer.
Die erste von zwei Begegnungen in der Fußball-Landesliga hat der SC 04 Tuttlingen am Mittwochabend auf dem Ettenberg gegen den VfL Mühlheim mit 3:1 für sich entschieden. Dabei sahen 450 Zuschauer eine Partie voller Tempo und vielen Torraumszenen. Zwischenzeitlich war sogar die Stadionwurst ausverkauft.
Die Begegnung zwischen den Kreisstädtern und den Gastgebern aus Mühlheim war auch das Duell zweier Taktik-Füchse. Beide Trainer hatten sich einen Matchplan zurecht gelegt, von denen nur einer zündete.
Andreas Keller, Trainer des SC 04 Tuttlingen, jubelte nach seinem taktischen Coup gemeinsam mit seinen Spielern. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftritt meiner Mannschaft. Wir haben voll umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben über die ganze Spieldauer aggressiv gepresst, hoch verteidigt und versucht, das Spiel weg von unserem Tor zu halten, um dann unsere Chancen zu nutzen. Ich bin echt stolz auf meine Mannschaft.“
Kellers Kollege auf der Gegenseite war hingegen bedient. Maik Schutzbach, Spielertrainer des VfL Mühlheim: „Die Niederlage nehme ich komplett auf meine Kappe. Ich habe das Spiel im Vorfeld anders eingeschätzt und eine falsche taktische Herangehensweise gewählt. Ich habe mich verzockt. Wir wollten sie vorne unter Druck setzen. Aber dann haben sie relativ früh die langen Bälle gespielt und für Überzahl im letzten Drittel gesorgt, sodass wir nicht in den Rhythmus gekommen sind. Es wäre angebrachter gewesen, tiefer zu stehen und über Ballgewinne und Konter unserer schnellen Spieler einzusetzen. Wir hatten schon einen Plan, das gegnerische Pressing zu umgehen. Aber sie spielen das so gut, dass wir es nicht geschafft haben. Die Niederlage war vercoacht. Punkt!“
Dass das Derby für beide Trainer nichts für schwache Nerven war, zeigte ihr unermüdlicher Einsatz an der Seitenlinie. SC-Coach Andreas Keller verbrachte das Spiel quasi komplett auf den Beinen, seine Jungs immer wieder instruierend und ordnend. „Sie haben uns alles abverlangt. Es war das erwartet schwere Spiel. Es war eine engagierte und umkämpfte Partie von beiden Seiten, aber fair“, zollte Keller Lob für die Leistung des Gegners. Auch VfL-Trainer Maik Schutzbach musste eingestehen, dass Tuttlingen an diesem Tag in vielen Belangen überlegen war. „Absolut verdienter Sieg für Tuttlingen. Sie haben weniger Fehler gemacht, ihre Chancen besser genutzt und hatten einen überragenden Torhüter“, sagte Schutzbach. Er griff in der zweiten Halbzeit selbst ein, streifte das Trikot über und holte Marc Bippus vom Platz. Zuvor hatte es den Mühlheimer Trainer auch kaum auf seiner Bank gelassen.
Das Spiel war zudem geprägt von den Torhütern beider Teams. Tuttlingens Schlussmann Andrei-Alexandru Burdun erwischte einen Sahnetag und war großer Rückhalt und Faktor für den Sieg seines Teams. Mit großer Ruhe vereitelte er furios die Großchancen der Mühlheimer Stürmer Maximilian Bell und Max Drössel und hielt ansonsten alles, was auf seinen Kasten zukam. Am Elfmeter-Gegentor durch Mühlheims Andreas Leibinger war Burdun machtlos. Zu platziert getreten war der Strafstoß.
Burduns Gegenüber im Mühlheimer Tor hingegen hätte den Abend am liebsten schnell vergessen. In beiden Spielhälften rutschten Robin Staiger immer wieder Bälle aus der Hand, was Gefahr für das VfL-Gehäuse brachte. Zudem brachten ihn seine Abwehrkollegen an diesem Tag mehrere Male in arge Bedrängnis. Ein Rückpass hätte Staiger beinahe überlupft. Seine Rettungstat mit der Hand kostete einen Freistoß im Strafraum. Auch beim Tor zum 3:1 für Tuttlingen erwies ihm seine Hintermannschaft einen Bärendienst, als er einen Ball aufnehmen wollte, aber einer seiner Mitspieler ihm in die Parade fuhr und Tuttlingens Doppeltorschütze Robin Petrowski Nutznießer des Missverständnis einnetzte. Dieses Spiel war für den VfL-Keeper förmlich zum in den Rasen beißen.
„Die Nummer eins im Kreis sind wir!“ und „Derbysieger, Derbysieger, Derbysieger!“ skandierten die Tuttlinger Spieler Arm in Arm im Kreis hüpfend nach dem Sieg. Auch SC-Trainer Andreas Keller ließ sich vom Freudentaumel seiner Jungs mitreißen, mahnte seine Schützlingen dann aber, trotz des verdienten Sieges Fairness gegenüber dem Gegner zu zeigen. „Ihr dürft euch freuen und feiern, aber fair. Wir zeigen keine Häme. Wir feiern wie Champions!“